Care
&Share
kümmert sich seit 1995 um Straßenkinder. Am Anfang haben wir eine Einrichtung für Straßenjungen unterstützt, das sog. „Happy Home“. 1996 konnten wir unser erstes eigenes Heim für Jungen, eine „Rettungsstation“ für Straßenkinder mit dem Namen „Sweet Home“ öffnen. Ein Jahr später folgte „Ginny´s Home“, in dem Mädchen aufgenommen werden, die sonst auf der Straße leben müssten. Im März 1999 konnte wir die zweite Anlaufstelle für Mädchen „Toti´s Home“ öffnen. Im Mai 1999 begannen wir unser Kinderdorf „Daddy´s Home“ zu bauen, um den entwurzelten Kindern ein dauerhaftes Zuhause zu geben.

In allen Städten der Welt gibt es Straßenkinder unabhängig davon, wie entwickelt das Land sein mag. Die große Mehrheit der Millionen Straßenkinder lebt jedoch in den armen Ländern von Afrika, Asien und Lateinamerika. Das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen davon aus, dass die Zahl der Straßenkinder weltweit stetig zunimmt, vor allem in den armen Ländern des Südens und zwischen 100 und 150 Millionen liegt. Indien soll den höchsten Anteil daran haben.

In Indien leben Abermillionen von mittellosen Kindern. Viele von ihnen verwahrlost in Familien, die nicht in der Lage sind, sich um die Kleinen zu kümmern. Millionen andere werden gezwungen zu arbeiten, wenn sie eigentlich zur Schule gehen müssten. Millionen leben einfach auf der Straße, weil sie entweder ihre geliebten Eltern verloren haben, oder die Familie zerbrochen ist oder einfach, weil sie nicht länger Missbrauch ertragen haben, den ihnen Eltern, Verwandte oder Arbeitgeber zugefügt haben. Nach einer UNICEF-Studie aus dem Jahre 1994 leben ca. 11 Millionen Kinder in Indien auf der Straße. Nach anderen Studien sollen es gar 18 Millionen sein. Fast alle werden aus Verzweiflung auf die Straße getrieben, sie können einfach nirgend woanders hin.

Viele enden schließlich an den Bahnhöfen, wo sie Arbeit suchen. Wieder andere werden Vagabunden, die das weitverzweigte und komplizierte Streckennetz der indischen Eisenbahnen zu ihrer „Heimat“ machen. Sie leben in Armut, ertragen ständigen Hunger und Unterernährung, der begleitet wird von Ruhr, Krätze und anderen Mangelerkrankungen. Auf den Straßen sind sie Teil der indischen Ökonomie und übernehmen die unterschiedlichsten Arbeiten: Sie verkaufen Essen und Getränke in den Zügen und Bahnhöfen, sie säubern die Eisenbahnwagen, sie sammeln Plastik, Aluminium, Papier und alles, was sie weiter verkaufen können. Sie sind die Zeitungsverkäufer, die Schuhputzer, Tellerwäscher, Portiers für Hotels und lokale Geschäftsleute, und natürlich sind sie Straßenmusiker, Jongleure oder einfach Bettler. Ihr Lebensstil ist gefährlich, weil sie in Kontakt kommen mit Drogenhandel, Organhandel, Prostitution, Pornografie und Sklaverei.

Eine UNICEF-Studie aus dem Jahr 1989 schätzte die Zahl der Straßenkinder in Vijayawada auf knapp 20.000. Die Zahl umfasst alle Kinder, die auf der Straße oder im Bahnhof leben, diejenigen, die als Waisen obdachlos sind und jene, die aus den umliegenden Slums kommen und für die die Straße Arbeits- und Spielplatz ist. Nach einer Studie des Forums für Kinderrechte kommen jeden Tag im Durchschnitt 33 Kinder in Vijayawada an. Das typische Straßenkind ist männlich zwischen 11 und 13 Jahre alt. Eine Mehrheit von ihnen stammt aus anderen Städten und Dörfern in Andrah; die meisten sind Hindus und gehören zu Kasten, die die Regierung als „rückständig“ betrachtet.

Viele Straßenkinder werden durch Armut und Missbrauch aus den Familien getrieben: Misshandlung durch Eltern, den Stiefvater oder die Stiefmütter, die das fremde Kind als Feind betrachten; ein unerträgliches Zuhause durch eine zerbrochene Familie, einen arbeitslosen Vater oder einen alkoholkranken oder drogenabhängigen Vater. All diese Kinder werden angezogen durch den Glanz der Städte, die Hochhäuser, die Kinopaläste, die Luxushotels und Restaurants; eine völlig andere Umwelt, als die armseligen Hütten und trostlosen Felder der kleinen Dörfer, die sie kennen. Sie kommen in die Stadt und hoffen auf ein besseres Leben. Sind sie erst in der Stadt, so finden sie leicht Arbeit und das erste selbst verdiente Geld ist verführerisch. Mit dem Geld in der Tasche für eine Mahlzeit, eine Packung Zigaretten oder einen Kinobesuch fühlen sie sich wie Erwachsene; aber nur kurz. Bald werden sie Opfer von Gangs und Mittelsmännern, die sie in ein Leben aus Kriminalität und Gewalt treiben. Einige der Kinder werden absichtlich verstümmelt und verkrüppelt.

Die Straßenkinder sind immer dem Wetter ausgesetzt – Sonne, Regen und Kälte. Die Straße ist ein dreckiger Ort. Sie schlafen auf der Straße und den Bahnhöfe nur zugedeckt mit einer Zeitung, sie essen bei fliegenden Händlern oder die Überreste der Restaurants, die sie in Abfallbehältern finden. Damit setzten sie sich allen möglichen Krankheiten und Infektionen aus. Sie leben inmitten von Dreck, Rauch und allen denkbaren Umweltschäden und sind gleichzeitig allen möglichen Krankheiten ausgesetzt. Ihr Gesundheitszustand ist durchweg schlecht und viele leiden an chronischen Krankheiten, wie Asthma, Ruhr, Krätze, wiederkehrende Malaria und Typhus. Viele leiden auch an TB, STD (sexuell übertragbare Erkrankungen), Hepatitis und AIDS. Nach den Untersuchungen der Vereinten Nationen haben sich die Hälfte der Straßenkinder in Vijayawada mit Geschlechtskrankheiten infiziert. Wenn man die Lage der Jungen als schlecht bezeichnet, so ist die der Mädchen geradezu katastrophal. Ausnahmslos alle werden sexuell missbraucht und enden in Bordellen, wenn sie nicht befreit werden. Jede von ihnen berichtet von Schlägen, davon, gegen ihren Willen unter Drogen gesetzt und verkauft worden zu sein. Viele Mädchen, die wir gerettet haben, litten an Geschlechtskrankheiten.

Unser Rettungs- und Wiedereingliederungsprogramm orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Sie werden versorgt mit Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinischer Hilfe. Sie brauchen eine schulische Grundbildung und eine praktische Ausbildung. Das Ausbildungs- und Trainingsprogramm zielt darauf ab, ihnen Lesen und Schreiben beizubringen, sie mit einigen Fähigkeiten auszustatten, die es ihnen ermöglicht, eine Anstellung oder eine selbständige Arbeit zu finden. Sie sollen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Nichtsdestotrotz gehen unsere Ziele weiter, als sie zu befähigen, den nächsten Tag erfolgreich zu bestehen. Unsere Mission ist es, das Leben dieser Kinder zu verändern, wir wollen sie wieder träumen lassen, wir wollen sie mit Selbstbewusstsein, Vertrauen und Techniken ausstatten, die es ihnen ermöglicht, ihr eigenes Potential auszuschöpfen. Wir wollen ihnen helfen, gesunde, selbstbewusste Erwachsene zu werden. Sind erst einmal die wichtigsten Grundbedürfnisse befriedigt, so erfordert die weitere Arbeit, dass wir ihnen ihre Kindheit zurückgeben.



„Helft!“

In den vergangenen Jahren hat Care&Share hunderte von Kindern aus den Straßen von Vijayawada gerettet. Wir geben ihnen eine Schulbildung, bringen ihnen ein Handwerk bei, helfen ihnen eine Arbeit zu finden und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Mehr als 800 Kinder leben zurzeit in unseren Heimen. Natürlich brauchen sie größere Unterstützung als Kinder, um die sich eine Familie kümmert. Weil Care & Share die alleinige Verantwortung für ihr Wohlergehen übernimmt, betragen die monatlichen Kosten für die Patenschaft eines Straßenkindes 500 Euro.











 



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